Shin Megami Tensei: Devil Survivor Overclocked

Hee-Ho!

So werdet Ihr im 3DS Menü von Jack Frost begrüßt, wenn Ihr das folgende Spiel auswählt:
Shin Megami Tensei: Devil Survivor Overclocked, im europäischen Markt vertrieben von Ghostlight.

Nun, es ist möglich, dass Ihr dieses Spiel bereits vom Nintendo DS kennt. Seit dem 29. März 2013 gibt es Devil Survivor Overclocked nun auch, in überarbeiteter und aufgemotzter Fassung, für den Nintendo 3DS.
3D-Effekte im Intro und bei Fusionen, hübschere Grafiken, Voice-Overs (die Charaktere sprechen jetzt), mehrere Schwierigkeitsgrade, ein weiterer Tag (in der 3DS Fassung gibt es 8 Tage, während es in der DS Version nur 7 gibt) und mehr als 150 Dämonen (zuvor gab es nur 130) erwarten Euch in diesem neuen alten Spiel, das immer noch sehr viel Spaß macht (vorausgesetzt man mag das Genre natürlich 😉 ).

Startet Ihr das Spiel, erwartet euch erst einmal das Intro, welches einen tollen 3D-Effekt besitzt – man könnte meinen, die Figuren springen einem entgegen. Wollt Ihr es jedoch, aus welchem Grund auch immer, überspringen, reicht das Drücken von A, B oder Start. Sofort landet Ihr im Hauptmenü, wo Ihr zwischen „New Game“ (Neues Spiel), „Load Game“ (Spiel laden) und „Continue“ (Fortsetzen) wählen könnt. Ihr werdet schon bemerkt haben, dass ich die englischen Begriffe schreibe und schon komme ich zu etwas, was ich sehr schade finde – das Spiel ist nur in englischer Sprache erhältlich. Dies war aber bereits bei der normalen Version der Fall, weswegen ich dies nicht in meine Bewertung einfließen lassen werde. Kommen wir zurück zum Spiel.
New Game lässt euch ein neues Spiel anfangen, Load Game einen zuvor gespeicherten Spielstand laden und mit Continue könnt Ihr euren Kampfspeicherstand (später mehr dazu) fortsetzen. Wählt Ihr New Game erhaltet Ihr eine Erklärung zu den Schwierigkeitsgraden Normal und Easy. Während das Spiel auf Normal so schwierig wie zuvor ist, können Neulinge mit Easy einen leichteren Schwierigkeitsgrad auswählen, in welchem die Gegner schwächer und somit leichter zu besiegen sind. Ebenfalls gibt es die Warnung, dass der Schwierigkeitsgrad nicht mehr geändert werden kann, sobald einer ausgewählt wurde. Also solltet Ihr euch vorher überlegen, wie Ihr das Spiel spielen wollt.

Kaum ausgewählt, fängt das Spiel auch mit einem kleinen Intro an, welches die einzelnen Charaktere zeigt, denen Ihr im Spiel begegnen werdet. Hier könnt Ihr bereits die neue Sprachausgabe begutachten, welche überraschend gut ist (man denke z.B. an Suikoden Tierkreis, wo die Sprecher klingen, als hätten sie zu wenig Zeit und so ziemlich schnell geredet). Egal, kommen wir zurück zu DS:O.

Zwischen den Charakterszenen gibt es einige Sätze, die an den Spieler gerichtet zu sein scheinen. Am Ende sehr Ihr dann euren Charakter, dem Ihr einen Namen geben sollt, bestehend aus Vornamen, Nachnamen und Spitznamen. Danach gibt es noch ein paar weitere Sätze, die den Spieler warnen sollen. Und schon fängt das Spiel richtig an.

Es ist Sommer, bzw Ende Sommer. Der Spieler und seine zwei besten Freunde Atsuro und „Yoohoo“ (eigentlich heißt sie Yuzu) treffen sich in Shibuya 901, da der Cousin des Hauptcharakters, mit Namen Naoya, ihn und seine Freunde dorthin gebeten hat. Auf dem Weg zum Treffpunkt traf Yuzu auf Naoya, welcher ihr 3 COMPs (Communication Players, welche in der DS Version wie Nintendo DS Systeme aussahen und nun in Overclocked wie 3DS Systeme aussehen) gab, von denen sie 2 an den Hauptcharakter und Atsuro weiterreichen soll. Bei näherer Begutachtung erkennt Atsuro, dass das Menü anders aussieht, als das normale und wundert sich, ob Naoya dafür verantwortlich ist. Ebenfalls findet er einen verschlüsselten und geschützten Ordner, welchen er sofort knacken will. Dies schafft er auch, zuerst, teilweise, sodass die Freunde zumindest auf Emails zugreifen können, wovon auch bereits eine im Postfach wartet.
Jedoch ist der Inhalt weniger erfreulich… Ich möchte Euch hier nicht zu viel vorwegnehmen, nur dies: Ihr werdet im Laufe des Spiels viele dieser Emails erhalten und glaubt mir, Ihr werdet froh darüber sein. Nach Lesen der ersten LaPlace Mail, zieht sich Atsuro erst einmal zurück um den Rest des COMPs zu knacken. In der Zwischenzeit erhaltet Ihr eine Erklärung zum COMP-Menü, in welchem es noch 4 geschützte Bereiche gibt. Danach könnt Ihr einige Orte aufsuchen und, nachdem einige Zeit vergangen ist (pro Besuch eines Ortes vergehen 30 Minuten im Spiel), gehen Yuzu und der Hauptcharakter, wenn auch unbeabsichtigt, dem ersten Teil der Mail nach und entdecken, dass diese vielleicht doch kein schlechter Scherz ist… Kurz danach ruft Atsuro dann an und Ihr sollt euch mit ihm vor dem Museum in Shibuya treffen. Falls noch nicht geschehen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt um zu speichern, denn nun fängt das Spiel so richtig an!

Wie bereits in Devil Survivor für den Nintendo DS, wartet hier Euer erster Kampf gegen Dämonen. Zugegeben, vergleichsweise ist dieser Kampf sehr einfach, dennoch solltet Ihr aufpassen, dass Ihr nicht ins Gras beißt.

Features
In diesem Spiel könnt bzw müsst Ihr Dämonen bekämpfen. Damit dies jedoch überhaupt erst möglich und vor allem einfacher ist, habt Ihr die Möglichkeit diese zu beschwören und zu ersteigern. Jetzt denkt Ihr bestimmt, was ich damit meine. Nun, später im Spiel erhaltet Ihr Zugriff auf das Auktionshaus, wo Ihr, wie auch im echten Leben, euer Geld (die Währung des Spiels heißt Macca) dazu benutzt, um auf Dämonen zu bieten. Ihr seid natürlich nicht der einzige Interessent, sondern nur einer von bis zu vier sogenannten Demon Tamers. Ihr könnt Euer Gebot erhöhen, bis der Dämon Euer ist oder gleich zu Beginn den Dämonen sofort kaufen. Gewinnt Ihr die Auktion, werdet Ihr noch einmal gefragt, ob Ihr den Dämon auch wirklich kaufen wollt. Tut Ihr dies, wird euer Team mit diesem stärker.

Neben dem Auktionshaus gibt es auch die sogenannte Cathedral of Shadows, in der Ihr eure Dämonen sogar miteinander fusionieren könnt, um so noch mächtigere Dämonen zu erhalten. Es ist allerdings nicht möglich, Dämonen eines höheren Levels zu erschaffen, sondern nur gleich oder niedriger eurem Level.
Eine andere Möglichkeit an Dämonen zu kommen, schaltet Ihr später frei. Jedes mal, wenn Ihr einen neuen Dämonen erhaltet, wird dieser in einer Art Akte verewigt, von welcher Ihr dann auch eure alten, eventuell durch Fusionen nicht mehr in eurem Team befindlichen, Dämonen wieder beschwören. Auch dies kostet, wie die Auktion und die Fusion, natürlich Geld – es gibt schließlich nicht alles völlig umsonst. Ebenso könnt Ihr die Daten aktualisieren, falls euer Dämon mittlerweile stärker ist, als der in der Akte. Aber aufgepasst, es gibt auch einige sehr mächtige Dämonen, die Ihr nicht mehr als einmal besitzen könnt.

In der Story begegnen euch immer wieder die unterschiedlichsten Personen, von denen die meisten einen Timer über sich schweben haben. Dieser zeigt an, wieviele Tage diejenige Person noch zu leben hat. Falls diese jedoch 7 überschreiten, gibt es keinen Timer. Was es mit den 7 Tagen auf sich hat, erfahrt Ihr im Spiel.

Zwischen den Story-Events könnt Ihr natürlich auch sogenannte Free Battles bestreiten – also Kämpfe, die immer wieder auftauchen und, nachdem man diese geschafft hat, bleiben sie auch auf der Karte. So ist es euch möglich, immer stärker zu werden und glaubt mir, Ihr habt lieber ein zu hohes als ein zu niedriges Level. Womit wir auch dazu kommen, wie man überhaupt stärker wird. Nachdem Ihr einen oder mehrere Dämonen (sie laufen meistens in einer Dreiergruppe herum besiegt habt, erhaltet Ihr Erfahrungspunkte (EXP) und Macca. Wie in jedem RPG, in dem es diese gibt, steigt Ihr einen Level auf, sobald Ihr genug EXP erhalten habt. Mit jedem Levelaufstieg erhaltet Ihr auch einen Statuspunkt, den Ihr auf eure Statuswerte verteilen könnt und auch solltet. Es gibt 4 Werte: Stärke, Magie, Vitalität und Agilität. Stärke beeinflusst eure physischen Angriffe, Magie eure magischen und auch eure MP, Vitalität eure HP und Verteidigung und Agilität beeinflusst euer Tempo bzw eure Geschwindigkeit im Kampf.
In eben diesen (und natürlich auch in storybasierten) Kämpfen könnt Ihr per (im Laufe des Spiels freischaltbarem) „Skill Crack“ Feature einfach und schnell neue Skills erlernen. Dies funktioniert, indem Ihr im Vorbereitungsmenü vor einem Kampf auf Skill Crack geht, dort den gewünschten Charakter bzw sein Team auswählt und dann den Skill, den Ihr im Kampf erhalten möchtet. Jetzt hat euer Team einen sogenannten Ziel-Gegner, der mit diesem Team besiegt werden muss, um den Skill freizuschalten. Ihr könnt diese Skills übrigens direkt im Kampf „ausrüsten“, sofern Ihr eventuelle Voraussetzungen erfüllt (z.B. St4 bei „Hero Aid“ – der Charakter, der den Skill ausrüsten soll, muss einen Mindestwert von 4 Stärke besitzen).

Ihr könnt in Kämpfen übrigens zwischenspeichern, falls Ihr keine Zeit mehr habt, aber den Kampf trotzdem nicht wieder neu starten wollt. Diesen Kampfspeicherstand könnt Ihr im Hauptmenü mit Continue weiterspielen.

Fazit
Ein paar Highschool Kids erhalten die Möglichkeit Dämonen zu beschwören und gegen andere, teilweise größere und mächtigere, Dämonen zu kämpfen. Zusätzlich gibt es eine fanatische, irgendwie auch religiöse, Gruppe namens Shimonkai, denen dies ebenfalls möglich ist, doch auf welcher Seite stehen sie – gut oder böse?

Die Grafik ist simpel und sieht etwas älter aus, aber lasst Euch nicht davon abschrecken. Sie hat ihren gewissen Reiz und passt, meiner Meinung nach, perfekt.
Die Musik und Soundeffekte klingen sehr gut und passend – gerade die Musik ist eher ruhig und mysteriös, etwas anderes wäre wahrscheinlich eher unpassend und könnte die Atmosphäre zerstören.
Die neue Sprachausgabe ist, wie schon oben erwähnt, überraschend gut und, falls Ihr wie ich gerne US-Serien oder auch Filme im Originalton schaut, könnte Euch die eine oder andere Stimme sehr bekannt vorkommen.
Der Schwierigkeitsgrad ist, wie in jedem Shin Megami Tensei Spiel, immer etwas höher als in anderen Spielen, was das ganze natürlich herausfordender macht. Und falls Ihr in einem Story-Kampf den Kürzeren zieht, könnt Ihr einfach außerhalb die Free Battles machen, um so die nötigen EXP und Macca zu erhalten.

Im Vergleich zur DS Version gibt es hier über 20 neue Dämonen, die das Spiel bereichern. Ebenfalls gibt es hier einen Tag 8, der nach dem Endkampf beginnt. Was hier passiert, verrate ich Euch natürlich nicht, das müsst Ihr schon selber herausfinden. 😉

Ich persönlich würde dem Spiel 9/10 Punkten geben. Der Schwierigkeitsgrad ist, selbst auf Easy, doch ziemlich hoch, sodass ich mir vorstellen kann, dass einige Neulinge schnell aufgeben könnten. Denjenigen, die dies hier lesen sollten, gebe ich einen wichtigen Tipp mit auf den Weg: lasst Euch nicht davon abschrecken, in den Free Battles könnt Ihr die nötigen Erfahrungspunkte sammeln, mit denen Eure Charaktere und Dämonen stärker und mächtiger werden. Dies ist auch aus anderen RPGs bekannt – das sogenannte Grinden. Einfach ein paar Stunden lang immer wieder kämpfen und Erfahrungspunkte sammeln, bis man selber denkt, es reicht aus um den nächsten Riesendämon zu vernichten.
Etwas anderes, das ich doch sehr vermisse, ist eine Streetpass- oder Spotpassfunktion im Spiel. Ich könnte mir vorstellen, dass man per Streetpass Dämonendaten austauschen bzw weitergeben und per Spotpass neue Dämonendaten herunterladen könnte. Nunja, wer weiß. Vielleicht wird es so etwas in einem anderen Spiel der Shin Megami Tensei Reihe geben.
Klar, das Spiel ist nicht perfekt, aber sowas wie ein „perfektes Spiel“ gibt es ohnehin nicht. Shin Megami Tensei: Devil Survivor Overclocked ist dennoch eines der besseren Nintendo 3DS Spiele, wo sich der Kauf wirklich lohnt. Im Nintendo 3DS eShop ist es seit Kurzem für 34,99€ erhältlich – für diejenigen, die gar nicht erst abwarten können, es zu spielen.

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