Rune Factory 4 Special

Rune Factory 4 Special

Moin, ich darf euch erneut Rune Factory 4 vorstellen, diesmal in der Special Version. Diese ist eine Portierung für die Nintendo Switch, bietet also im Vergleich zur Nintendo 3DS Version nur einen Bildschirm, dafür aber eine glattere, hochauflösendere Grafik.
Etwas über 5 Jahre sind seit jeher vergangen und als ich zuerst darüber las, dass es diesen Port geben wird, war ich mehr als erfreut (zudem zeitgleich Rune Factory 5 vorgestellt wurde). Auch diesmal wird es von Marvelous Games vertrieben und erscheint hierzulande am 28. Februar 2020.

Das Hauptmenü, das euch nach der Introsequenz erwartet, wurde etwas umgeändert. Hier findet ihr nun folgende Punkte:

  • Story-Modus (die bekannte Hauptstory, die man schon aus der 3DS Version kennt)
  • Frischverheirateten-Modus (hier könnt ihr eine amüsante Nebengeschichte mit eurem Ehemann bzw. eurer Ehefrau spielen)
  • Eine weitere Episode (hier gibt es zusätzliche Geschichten zu spielen, wenn ihr sie denn zuvor im Nintendo Eshop erwerbt (bis auf die Ventuswill Episode, diese ist bereits von Anfang an freigeschaltet))
  • Audiosprache (hier wechselt ihr die Sprachausgabe einfach von Englisch zu Japanisch (oder umgekehrt))
  • Online-Handbuch (hier findet ihr ein sagenumwobenes Relikt namens Anleitung, welche früher bei jedem Spiel in Papierform beilag)

Wie bereits im Original wählt ihr hier am Anfang des Spiels durch eine Auswahl, was der Charakter denkt, das Geschlecht von diesem aus. Natürlich ist der Beginn der gleiche wie damals:
Ihr befindet Euch auf einem Luftschiff. Es stellt sich heraus, dass der Protagonist (nennen wir ihn hier mal Lest) auf dem Weg ist, etwas besonderes bei einem Drachen abzugeben. Das übliche halt. Doch wie es halt so kommen muss, befinden sich zwei nicht gerade freundliche Söldner auf dem Schiff, versteckt in Fässern. Sie wollen Lest den Orb abnehmen, doch dieser weiß sich sehr wohl zu wehren. Und hier dürft Ihr eingreifen, es kommt zum ersten Kampf. Das Kampfsystem des Spiels ist simpel und doch super. Mit dem B-Knopf greift Ihr mit Eurer Waffe oder Eurem Werkzeug die Gegner an. Doch zuerst müsst Ihr diese ausrüsten, dies wird Euch direkt erklärt und die zwei Söldner sind bald schon besiegt… So scheint es zumindest zu sein.
Sie erwachen und einer von ihnen greift Lest an, was dazu führt, dass sein Orb in kleine Teile zerspringt und sich irgendwo verteilt. Doch damit nicht genug, als er wieder erwacht weiß er nicht mehr, wer er ist – die Rune Factory typische Amnesie greift wieder zu. Da die Söldner ihm dies jedoch nicht glauben, soll der rangniedrigere den erinnerungslosen Lest am Rand des Luftschiffes bedrohen. Dieser stellt sich nicht gerade klug an und am Ende fliegt Lest vom Schiff, nur um auf einem großen Drachen zu landen. Beide sind sehr überrascht über die Geschehnisse und nach einigen durchaus amüsanten Gesprächen… Ach, ich will euch nicht zu viel verraten.

Features
Am Spielprinzip selber hat sich nichts verändert. Rune Factory ist weiterhin eine Mischung aus Harvest Moon (bzw. heutzutage Story of Seasons) und Action RPG. Ihr könnt hier also eine Farm betreiben, Euch um Tiere (oder in dem Fall eher Monster) kümmern, Freundschaft mit den Bewohnern schließen und diese teilweise auch umgarnen und heiraten. Mithilfe Eurer Werkzeuge und natürlich auch Waffen kämpft ihr gegen Monster. Es gibt pro besiegtem Monster Erfahrungspunkte (EXP) und sobald Ihr genügend EXP erlangt, steigt Ihr im Level auf, was eine Erhöhung Eurer maximalen Gesundheit und Mana bewirkt.

Kommen wir erst einmal zur Farm. Ihr könnt Samen aussäen um so Obst und Gemüse anzubauen. Erntet Ihr diese, sobald sie reif sind, könnt Ihr einige Dinge damit anstellen:

  • als Zutaten zum Kochen verwenden
  • anderen Bewohnern oder Monstern schenken, um so den Freundschaftswert zu erhöhen
  • zu Dungeoneingängen wachsen lassen
  • und natürlich auch einfach verkaufen, um Geld zu verdienen

Ab und zu findet Ihr bei Euren angebauten Feldfrüchten auch sogenannte „Runen“. Sammelt diese unbedingt auf, da sie Eure Statuswerte erhöhen können. Manchmal erscheinen bei der Ernte auch extra Früchte und sogar Samen, die Ihr wieder einpflanzen könnt.

Als „Prinz“ müsst Ihr dafür sorgen, dass die Bewohner der Stadt euch vertrauen. Um dies zu bewerkstelligen erledigt Ihr einfach ihre Quests, also die Aufgaben, die Euch gestellt werden. Gerade am Anfang des Spiels dienen diese, um es kennenzulernen. Holz hacken, Steine verkloppen, Freundschaften schließen und und und.. Dafür erhaltet Ihr, neben der individuellen Belohnung, Prince Points. Mit diesen könnt Ihr am „Order Symbol“ Befehle erteilen.
Dies klingt zuerst gewaltiger, als es eigentlich ist. Der erste „Befehl“ zum Beispiel erhöht die Kapazität Eures Rucksacks von 15 auf 30 Plätze. Auf diesem Wege könnt Ihr auch Festivals organisieren um so mehr Touristen in die Stadt zu locken. Je mehr Touristen, desto höher kann Euer Prinzenrang steigen und je höher dieser ist, desto mehr Befehle könnt Ihr erteilen.

Sobald Ihr das erste mal die Stadt verlassen wollt, werdet Ihr von Forte aufgehalten. Sie erklärt Euch, was es mit den Monstern auf sich hat und fragt Euch zum Schluss, wie selbstsicher Ihr seid. An dieser Stelle könnt Ihr den Schwierigkeitsgrad bestimmen, welcher die Stärke der Monster beeinflusst. Leicht, mittel, schwer und, als Neuerung in der Special Version, „Höllisch“ stehen hier zur Auswahl. Später könnt Ihr diesen aber ändern. Geht hierzu einfach in den Keller des Schlosses und Ihr werdet einen Haufen an Podesten sehen. Auf einem steht ein Buch – hier lässt sich der Schwierigkeitsgrad schließlich ändern.

Der 3DS hatte ja bekanntlich 2 Bildschirme, wovon der untere für die Karte und einige Infos diente. Hier bei der Switch Version mussten die Entwickler etwas umdenken. Jetzt befinden sich die Informationen, wie Ingame-Zeit und Datum, LP (Lebenspunkte), RP (Runenpunkte, quasi Mana) und eine Minikarte auf dem Standardbildschirm.

Nach einem kurzen Weg außerhalb der Stadt entdeckt Ihr den ersten Dungeon, einen kleinen Wald. Davor ist übrigens ein Schild (wie vor jedem anderen Dungeon), auf dem der empfohlene Mindestlevel steht, den Ihr haben solltet, um eine Chance zu haben.

Dieser Wald ist nicht besonders lang, sodass Ihr nach recht kurzer Zeit auf den ersten Boss stößt. RPG-typisch ist dieser Boss stärker als die restlichen Gegner in diesem Dungeon und Ihr erhaltet so natürlich mehr EXP.

Je nach Freundschaftsgrad könnt Ihr andere Stadtbewohner zu Euren Abenteuern einladen. Hier unterstützen sie Euch so gut es geht im Kampf, sie greifen also auch andere Monster an und heilen Euch sogar.

Diesen erhöht Ihr, indem Ihr jeden Tag mit den Bewohnern sprecht und Ihnen auch Geschenke macht. Doch Vorsicht, nicht jeder mag alles mögliche und wenn Ihr Pech habt, gebt Ihr Eurer Herzensdame etwas, das sie überhaupt nicht leiden kann.

Wenn Ihr beim aufheben von Items den A-Knopf gedrückt haltet und über gleiche Items lauft, könnt Ihr diese (und nur die gleichen, andere werden links liegen gelassen) automatisch aufheben.

Ihr könnt bei dem Order Symbol auch Lizenzen kaufen, die es Euch ermöglichen selber unter anderem Schmied und Koch zu spielen – Ihr dürft aus Materialen selber Items und Ausrüstungsgegenstände herstellen. Verkauft also nicht gleich alles, was Ihr so unterwegs findet!
Auch Kochlizenzen könnt Ihr hier erwerben, um mehr und mehr Kochutensilien nutzen zu können – Messer, Mixer, Backofen, das übliche eben. Diese werden im Restaurant angeboten.
Um neue Rezepte (zum kochen, schmieden etc) zu erlernen, könnt Ihr im Restaurant sogenanntes Recipe Bread kaufen. Ist derjenige Herstellungslevel hoch genug, werden so weitere Rezepte freigeschaltet. Falls nicht, gibt es einen kleinen Hinweis darauf, dass Ihr diesen erhöhen solltet und das Brot wird nicht verbraucht.
Wenn Euch das Sortiment in den Geschäften zu wenig erscheint, keine Sorge. Mithilfe des Order Symbols könnt Ihr diese nach und nach erweitern.

Die Aufträge der Stadtbewohner schalten auch nach und nach neue Features frei, so unter anderem die Möglichkeit Euch mit Monstern anzufreunden und diese zu rekrutieren. Dies ist sehr einfach gemacht, Ihr müsst ihnen nur Nahrung oder andere Items geben. So erscheint über ihren Köpfen ein Herz und je größer dieses wird, desto näher seid Ihr dran, dieses Monster für Euch zu gewinnen.
Nach erfolgreicher Rekrutierung könnt Ihr dem Monster einen Namen geben und, sofern Ihr nicht bereits 2 Begleiter dabei habt, direkt mitnehmen. Sie greifen, wie auch menschliche Begleiter, Eure Gegner automatisch an. Genau wie Ihr können Eure Monster auch im Level aufsteigen und so stärker werden.
Es gibt einige Monster, die Euch Items geben können. Woolys z.B. dienen hier als Schafe. Es gibt aber auch Kühe und Hühner.
Ein besonderes Schmankerl bietet Euch das Spiel, indem Ihr auf Euren Monstern reiten könnt. Je nach Monster sieht dies sehr amüsant aus.

Später im Spiel könnt Ihr quasi Euren eigenen Laden eröffnen und Eure Gegenstände so verkaufen. Wer weiß, vielleicht verdient Ihr auf diesem Wege ja mehr.

Eine weitere Lizenz hat mit dem Luftschiff im Norden der Stadt zu tun. Sobald Ihr diese Lizenz erwerbt, könnt Ihr das Luftschiff nutzen um schnell an gewisse Checkpoints zu gelangen, ohne lange hinlaufen zu müssen. Gerade, wenn Ihr in weit entfernte Gebiete wollt, ist dies sehr nützlich.

Nun zu einigen Neuerungen in der Special Version. Es gibt einen noch höheren Schwierigkeitsgrad (Hell Mode oder einfach gesagt „Sehr schwer“). Dieser ist um einiges härter, als es „Schwer“ bereits ist, seid also gewappnet und bereit, häufig ins Gras zu beißen.
Während die 3DS Version nur 3 Speicherstände besaß, gibt es hier 20. Gerade die unter euch, die alle möglichen Varianten (Hochzeiten z.B.) erleben wollen, ohne von Anfang an zu spielen, können hier verschiedene Szenarien speichern.
Endlich gibt es eine japanische Sprachausgabe. Zugegeben, die Englische ist super, aber bei einem Spiel in Anime-Look erwartet man als Spieler (und Anime-Fan) doch ein passendes Voice Acting. 😉
Die Switch Version verleiht Rune Factory 4 erstmals seit dem zweiten Teil auf dem Nintendo DS endlich wieder deutsche Bildschirmtexte!
Einige Gespräche bieten nun Videosequenzen, die ihr bestaunen dürft.
Zu guter Letzt noch etwas zur Grafik: Es dürfte niemanden überraschen, aber hier gibt es nun HD-Grafiken, die sich durchaus sehen lassen können. Trotzdem erwarte ich bei Rune Factory 5 noch mehr.

Schlussworte

Rune Factory 4 Special ist natürlich im Grunde genau das gleiche Spiel wie damals. Ihr kämpft euch durch Dungeons, zähmt Monster, welche euch auf eurer Farm oder im Kampf helfen, freundet euch mit den Stadtbewohnern an, heiratet evtl., bekommt ein Kind, rettet die Welt und baut nebenbei noch Kartoffeln und anderes Gemüse an. Aber eben diese Mischung ließ mich die Rune Factory Reihe schon immer mehr mögen, als die Harvest Moon/Story of Seasons Spiele.

Übrigens: Rune Factory 5 wird einen kleinen (oder evtl. größeren Bonus) enthalten, wenn ihr einen Rune Factory 4 Special Spielstand auf der Switch habt. Mehr Infos gibt es zurzeit leider noch nicht, ich werde diese aber nachträglich hier einfügen, sobald mehr bekannt ist.

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